MITeinander - Menschen mit Trauma e.V.
Reutlingen / Tübingen

Trauma

Was ist eigentlich ein Trauma?


Als Trauma bezeichnen wir eine starke psychische Erschütterung durch ein ungewöhnliches, katastrophales Geschehen oder, anders gesagt, ein belastendes Ereignis, das außerhalb der üblichen menschlichen Erfahrung liegt.

Eine traumatische Erfahrung wird von extremer Ohnmacht, Hilflosigkeit, Panik, meist auch Todesangst begleitet. Es stellt sich ein Zustand des Eingefrorenseins ein, oft verbunden mit dem Gefühl, neben sich zu stehen oder als würde es gar nicht passieren. Der Körper ist wie betäubt, gefühllos.


Solche Erlebnisse werden vom Gehirn nicht in gewohnter Weise verarbeitet. Da uns die normalen Möglicheiten der Verarbeitung (relativieren, mit unserem Verstand und unserer Erfahrung die Situation bewerten) nicht zur Verfügung stehen, wird das Geschehen zusammen mit den Gefühlen unverarbeitet "weggepackt". Genau so, als Ganzes (Bilder, Gerüche, Gefühle), kann es später immer wieder hervorbrechen (Flash-Backs).

Ein Trauma kann entstehen durch sexuellen und/oder seelischen Missbrauch, Gewalterfahrung, Mobbing, Naturkatastrophen, lebensbedrohliche Erkrankungen oder den plötzlichen Verlust einer vertrauten Bezugsperson.

Folgen

Solche Erfahrungen können einen Menschen von Grund auf erschüttern und unsere Leben verändern. Die Folgeerscheinungen können sein:

  • Sozialer Rückzug
  • Verlust von Vertrauen und Selbstwertgefühl
  • Schuld- und Schamgefühle
  • Panikattacken, Schlafstörungen, Angstzustände und Alpträume
  • Innere Leere
  • Gefühl des "Anders-Seins"
  • Suchtverhalten: Essstörungen, Tabletten, Alkohol, Drogen
  • Selbstverletzungstendenz
  • Suizidgedanken

Wenn Sie mehr über Traumata erfahren möchten, empfehlen wir diesen sehr ausführlichen und guten Artikel von Ulrike Ludwig:

Bin ich verrückt?.pdf - Eine Information für Betroffene von Traumatisierungen und deren Angehörige.

Therapie

Wir als Betroffene stehen nun vor der Aufgabe, neue Wege zu finden nach dem Trauma und unser Leben neu zu gestalten. Eine Möglichkeit besteht in der Teilnahme an einer geleiteten traumaspezifische Gruppentherapie.

In der Therapie lernen wir:

  • was unsere Schutzmechanismen sind und Möglichkeiten, uns abzugrenzen
  • Veränderungsstrategien
  • unsere Angst zu bewältigen
  • unseren Alltag zu bewältigen
  • Imaginations-, Wahrnehmungs- und Achtsamkeitsübungen
  • Auslöser zu erkennen und mit den Folgen umzugehen
  • stabiler zu werden
  • ein Wir-Gefühl zu entwickeln :-)
Mehr dazu hier.